Dieses Schimmern

­ Feine Härchen schweigen Lust im warmen Glanz des Kerzenlichts. Haut wie Engelsatem sanft. Weicher, warmer Körper vorm Sturm dieses flutenden Wesens. Seidiges Schimmern im endlosen Tiefbraun glühender Augen. Halb offen die Lider, strähnenverhangen, tastend in meiner unrunden Seele.
Urgewalt tiefen Einklangs, unbegreiflich, endlos, hypnotisch. Knisternde Stille zwischen uns, Auf und Ab unserer in leiser Schmach vibrierenden Brustkörbe. Freispruch dem Künstler dort in meinen Zellen, neu zu modellieren, neu zu erschaffen, was da vor mir liegt, so unbegreiflich duftend wunderschön. Nachzuskizzieren, in nie gesprochene Worte zu gießen, die nach Ewigkeit gieren, unsere Seelen zu sprengen, uns ins Schicksal zu stoßen.
Und so flüstern sie ihre Schultern hinab, diese warmen Fingerkuppen im Tasten meiner jammerdürren Lust. Umrunden ihren verloren satten Po, spielen mit der Flut neckischer Gänsehaut auf ihrem Körper. Verlieren meines Herzens Blut an sie, der ich wie Daunen herabsinke aus schwerem grauem Alltag.
Fast völlig ergeben der Stille lausche hinterm Blutrausch durchäderter Ohren, in schwerer Sucht gedankenverloren den Glanz dieser Haare umspielend. Unsichtbare Muskelstränge erahnend, Nervenfasern auch und das Rückgrat im Widerschein des Kerzenlichts. Das Verebben ihres Nackens im Spiel ihrer Schultern, im Dickicht braunschwarzen Haars.

Tomas Jungbluth


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