Tod

­­Ein Aufblitzen, ein Schuß aus dem Dickicht des Waldes. Mein Griff versagt, das Blutgeld fällt zu Boden. Die Suppe pulsiert dickflüssig meinen Hals hinab. Die Wunde klafft, brüllt Energie heraus. Schmerz sägt facettenreich durch Herz, Kopf, Körper.
Sturzmigräne. Der Odem des Kreislaufkollaps in meinen Nervenfasern. Muskelzittern. Ich schwitze, kotze.
Mein Blick verengt sich, die Umrisse fokussieren ins Weiche. Helldunkel verschwimmt. Unglaubwürdig, unwahrhaftig. Realitätsverlust.
Mein Herzschlag galoppiert Stakkato, setzt aus, rast weiter.
Adrenalin treibt durch meinen Schädel jagende Informationen an. Ich versuche, meine zersplitternden Energien zu bündeln, stolpere vorwärts, versage, schlage mit der Fresse auf. Zahnbruch. Blut aus dem Maul. Schmerz zu Schmerz.

Meine Festplatte tilgt sich. Informationsabfluß. Ich vergesse. Meinen Körper, die Liebe, das Keuchen meines Jägers.
Mein Leben splattert an meiner Erinnerung vorbei, dem Äther entgegen. Engelshymnen harfen auf mich herab. Reinraumästhetik. Wunderschön. Aufkeimende Hoffnung baldiger Ankunft. Ziel Gottes. Endgültigkeit.
Destillat schwarzer Energien.
Vollgepumpt von scheinbaren Unmengen körpereigenen Morphiums, spüre ich nichts mehr außer grauer weiter Watte. Höre auf, zu funktionieren, schwebe. Jenseits jeden Trips, erfüllt von nie gekanntem Glück, röchle ich schleimige Glückseligkeit hervor.
Spüre die torfige Sohle meines Jägers auf meinem Hals schon nicht mehr.
Weißes Licht. Also doch. Da vorn am Ende meines Weges. Ich tauche ein. Atme aus. Ein letztes Mal. Ankunft.

Tomas Jungbluth


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